Die 1. Ludwigshafener Personalgespräche fanden am 21. November 2007 in der Aula der Fachhochschule Ludwigshafen statt. Das Institut für Beschäftigung und Employability IBE hatte namhafte Experten eingeladen, um über das Thema „Professionalisierung der Personalarbeit und Qualität der Personalausbildung – Der Einfluss des Bologna-Prozesses“ zu referieren und zu diskutieren.

Die Personalarbeit sieht sich in den letzten Jahren mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Die demografische Entwicklung, ökonomische und auf den Arbeitsmarkt bezogene Trends, aber auch der gesellschaftliche Wertewandel machen immer mehr ein ganzheitliches Konzept notwendig, mit dem das HR-Management nachhaltig und nachweisbar zur Wertschöpfung in den Unternehmen beiträgt.

Die Professionalisierung der Personalarbeit stellt hierbei ein zentrales Handlungserfordernis dar. Aber inwieweit ist dies in den Unternehmen machbar und sinnvoll? Schafft eine Professionalisierung tatsächlich eine Effizienzsteigerung auf der Grundlage von Standardisierungen und Qualitätsverbesserungen? Und woher sollen die „Profis“ kommen? Welchen Einfluss hat der Bologna-Prozess hierbei, insbesondere auch hinsichtlich der Qualität der Personalausbildung an den Hochschulen?

Diese und andere Fragestellungen waren Thema der ersten „Ludwigshafener Personalgespräche“ an der Fachhochschule Ludwigshafen. Vertreter von Unternehmen und Verbänden aus dem gesamten Bundesgebiet waren gekommen, um einen „Marktplatz der Informationen und Meinungen der ‚Personaler-Szene’ in und um unsere Region“ zu erleben und die Gelegenheit zum zwanglosen Austausch mit engagierten Personalverantwortlichen zu nutzen.

Rund 150 Zuhörer folgten interessiert den Ausführungen des Key Note Speakers, Thomas Sattelberger, seit diesem Jahr Personalvorstand der Deutschen Telekom AG. Er hob in seinem Vortrag insbesondere die Notwendigkeit für das HR-Management hervor, sich aus einer vielfach unterschätzten Position im Unternehmen zu lösen und zur unternehmerischen Entscheidungsdisziplin zu werden. Beginnend bei der Hochschulausbildung sowie der gezielten Rekrutierung und Karriereentwicklung künftiger HR-Verantwortlicher müsse nicht zuletzt durch die Etablierung fortschrittlicher Professionalisierungsplattformen konsequent auf die Rolle von HR als strategischer Partner der Unternehmensleitung hingearbeitet werden.

Auch für die anschließende Podiumsdiskussion konnten die beiden Initiatoren der Veranstaltung, Prof. Dr. Jutta Rump und Prof. Dr. Peter Mudra vom Institut für Beschäftigung und Employability IBE, namhafte Personalverantwortliche gewinnen. Neben Thomas Sattelberger diskutierten Prof. Heinz Fischer, ehemaliger Personalvorstand der Deutschen Bank AG, Karl-Heinz-Stroh, Vorstand der Deutschen Bahn Netz AG, Isabell C. Krone, Personalleiterin der TeleAtlas Deutschland GmbH sowie Dr. Alexander Klak aus dem Bereich HR Strategie und Controlling der BASF AG über die Chancen und Herausforderungen, die mit der Professionalisierung der Personalarbeit einher gehen. Dabei hoben sie die Bedeutung eines konstruktiven Dialogs zwischen Wirtschaft und Hochschulen zum Vorantreiben einer praxisorientierten HR-Ausbildung ebenso hervor wie einen angemessenen Umgang mit den Spannungsfeldern des Arbeitsmarktes über alle Unternehmensgrößen hinweg. Darüber hinaus gewährten die Podiumsteilnehmer Einblicke in die Praxis des Personalgeschäfts in ihren unterschiedlichen Schwerpunktbereichen. In seinem Schlusswort rief Thomas Sattelberger die HR-Verantwortlichen zu mehr „Lust zum Handeln“ auf, Prof. Heinz Fischer verwies in Anlehnung an Bill Hewlett auf Menschlichkeit und Profitstreben als gleichwertige Schwerpunkte eines strategisch orientierten HR-Managements.